Unsere Chronik
Die Chronik des DRK-Ortsvereins Losheim am SeeVon der Gründung der Sanitätskolonne bis zum 1. Weltkrieg
Was sind schon hundert Jahre im Ablauf der Geschichte? Eine kurze Zeitspanne.
Wenn eine Hilfsorganisation wie das Rote Kreuz Losheim sein 1oo-jähriges Jubiläum feiern kann, ist dies ein ganz besonderes Ereignis. Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes Losheim wurde im Jahre 1992 hundert Jahre alt. Wie der Nachwelt überliefert wird, gründeten in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1892 mehrere Losheimer Bürger die Sanitätskolonne Losheim, wie zu damaliger Zeit die offizielle Bezeichnung für diese Rotkreuz-Vereinigung war.
Der Anlaß, weltweit solche Hilfsorganisationen ins Leben zu rufen, war das Geschehen von Solferino im Jahre 1859. Einige Jahre später, 1863, wurde in Genf/Schweiz das Internationale Komitee zur Unterstützung verwundeter Soldaten (Rotes Kreuz) gegründet.
Die Idee stammte von dem Schweizer Henri Dunant, der seit 1859 an allen Fürstenhöfen Europas darfür warb. Henri Dunant kam im Juni 1859 nach der Schlacht von Solferino (im Krieg Frankreich und Piemont gegen Österreich) zufällig auf das Schlachtfeld und sah 40.000 Tote, Sterbende und Verwundete, die kaum versorgt wurden (so die Überlieferung).
Dieses große Elend und die Wirren des Krieges waren für Henri Dunant der Anlaß zur Gründung eines internationalen Hilfswerkes. Die Bemühungen Dunants und vieler anderer Gleichgesinnter wurden 1863 mit der Gründung des Internationalen Roten Kreuzes gekrönt.
Die Wichtigkeit einer solchen Organisation wurde von den Losheimer Bürgern sehr schnell erkannt und in die Tat um gesetzt.
Nachfolgende Losheimer Bürger waren unter Mitwirkung des damals in Losheim praktizierenden Arztes Dr. med. Zackenfels an der Gründung der Sanitätskolonne beteiligt:
Peter Kessler
Stefan Buchmann
Matthias Josef Mohm
Jakob Jakobs
Jakob Tamble
Peter Minninger
Matthias Prüm
Als Pioniere humanitärer Gesinnung begannen sie unter Leitung ihres Kolonnenarztes Dr. med. Zackenfels mit der Ausbildung in Erster Hilfe. Bereits in den ersten Ausbildungsstunden, die an Sonntagen um 13 Uhr im Gründungslokal Kessler in der Merziger Straße stattfanden, war ein reges Interesse festzustellen.
Nach kurzer Zeit wuchs die Zahl der Mitglieder der Sanitätskolonne auf 29. Nächste Schritte in der neuen Hilfsorganisation waren dann die Wahl eines Vorstandes, dem die folgenden Mitglieder angehörten:
Kolonnenarzt: Dr. med. Zackenfels
Kassierer: Jakob Meiers
Kolonnenführer: JakobTamble
Beisitzer: Peter Kessler
Stellvertreter: Stefan Buchmann
Beisitzer: Johann Maxem
Schriftführer: Peter Jakobs

Mit äußerst spärlichem Material wurde die Ausbildung durchgeführt. Die Unterweisung erfolgte in der zu damaliger Zeit herrschenden Disziplin und Akkuratesse. Wie überliefert wird, war der Kolonnenarzt, der die Ausbildung leitete, für Strenge und größte Sorgfalt aus seiner militärischen Vergangenheit bekannt.
Etwa ein Jahr nach der Gründung der Sanitätskolonne erfuhr der um diese Zeit in Losheim amtierende Amtsbürgermeister von Jerin von der erfreulichen Mitgliederzahl, was dann sein Interesse für diese neue Organisation verstärkte. Dies hatte dann zur Folge, daß von Jerin bei der nächst anstehenden Wahl zum Vorsitzenden gewählt wurde.
Von diesem Zeitpunkt ging es weiter aufwärts mit der Beschaffung des erforderlichen Ausbildungs- und Übungsmaterials.
Die Führungseigenschaften des neuen Vorsitzenden von Jerin, einem Rittmeister a.D., waren streng und teilweise militä risch. Sie fanden naturgemäß in der Kolonne ihren Niederschlag. So kam er auch auf die Idee, für die Sanitätskolonne ein Horn anzuschaffen, welches die Mitglieder zu Übungen und anderen Anlässen zusammenrief. Der erste Hornist der Sanitätskolonne, Matthias Prüm, waltete stolz seines Amtes und mußte zu dieser Zeit noch alle Alarmierungsplätze, die festgelegt waren, auf Schusters Rappen aufsuchen, weil schnellere Beförderungsmittel derzeit noch nicht zur Verfügung standen. So pflegte die Sanitätskolonne Ausbildung und Kameradschaft Jahr um Jahr, bis der erste Weltkrieg die meisten Mitglieder zum Wehrdienst rief. Sie wurden als Sanitäter an den verschiedenen Fronten und Lazaretten eingesetzt und taten jeweils an ihren Einsatzorten ihre Pflicht und pflegten verwundete und kranke Soldaten der eigenen und feindlichen Streitkräfte. Leider kehrten die Mitglieder der Sanitätskolonne nicht mehr alle aus dem Kriegsgeschehen in die Heimat zurück.
Das war der erste Rückschlag, den die Sanitätskolonne erfuhr, es sollten im Laufe ihres Bestehens aber noch weitere folgen. Nach der Rückkehr aus dem Kriege wurde die Arbeit in der Kolonne mit den ihr verbliebenen Mitgliedern wieder aufgenommen.
Die zwanziger und dreißiger Jahre beim Roten Kreuz Losheim
Die zwanziger Jahre ließen die Existenz der Kolonne nicht immer im rosigen Licht erscheinen, denn Arbeitslosigkeit und Inflation machten sich bemerkbar und gingen nicht spurlos am Roten Kreuz Losheim vorüber. Aber gerade diese Zeiten der Not ließen die Kameradschaft umso stärker wachsen. Trotz vieler Schwierigkeiten blieb die Sanitätskolonne bestehen und wirkte weiter im Dienste der Allgemeinheit.
Die Verletzten und Kranken mußten mühselig auf Tragen transportiert werden, und die Anmarschwege waren mitunter weit und beschwerlich. So ist bekannt, daß Rotkreuz-HelferVerunglückte von Nunkirchen, Rimlingen und anderen Orten der Region, in einem Falle sogar von Merzig nach Losheim ins Krankenhaus tragen mußten. Andere Transportmittel standen zu damaliger Zeit für diese Einsätze nicht zur Verfügung. Eine große und willkommene Erleichterung für Verletzte und Helfer kam mit der Anschaffung einer fahrbaren Trage im Laufe der zwanziger Jahre.

Die fahrbare Trage
der Losheimer Sanitätskolonne, ein Fortschritt beim Krankentransportin damaliger Zeit
der Losheimer Sanitätskolonne, ein Fortschritt beim Krankentransportin damaliger Zeit
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß die Sanitätskolonne in diesen Jahren auch schon größere Übungen innerhalb des Kreisgebietes durchführte. Damit bewies sie ihren guten Leistungsstand. Diese Einsätze und Übungen wurden dann auch schon mal von höheren Instanzen und Behörden durch kleine Anerkennungen lobend erwähnt und honoriert. Dies belebte natürlich das Engagement und die Kameradschaft innerhalb der Kolonne und trug zur Geselligkeit bei, bei der dann der Humor auch nicht zu kurz kam.
Das Rote Kreuz Losheim während des zweiten Weltkrieges
Wie im gesamten öffentlichen und gesellschaftlichen Leben trat auch im Roten Kreuz zu Beginn des Jahres 1933 eine Wandlung ein, die im Laufe der Jahre erkennen ließ, welche Aufgaben auf diese Hilfsorganisation bald zukommen sollten. Deutlicher als je zuvor wurde das Rote Kreuz auf militärische Hilfsdienste hin entwickelt. Der militärische Geist, der die gesamte Gesellschaft erfaßt hatte, bestimmte auch die Formen der Arbeit des Roten Kreuzes. Am 1. September 1939 brach der zweite Weltkrieg aus, dessen Geschehen sich besonders beim Roten Kreuz auswirken sollte. Schon gleich zu Beginn in den ersten Septembertagen war das Rote Kreuz gefordert. Bei der Rückführung der Bewohner der geräumten Gebiete, die in der Kampfzone lagen, mußte es seine erste Bewährungsprobe in diesem Krieg bestehen, der in den folgen den Jahren viele weitere folgen sollten. Die damalige Sanitätskolonne, die inzwischen auch weibliche Kräfte in ihren Reihen hatte, gehörte zu den wenigen Rotkreuz-Gruppen, die Helferinnen in den Fronteinsatz abstellen mußten.
An der Ostfront waren sie mit den deutschen Truppen sogar bis zum Kaukasus im Einsatz gewesen, und leisteten auf den dicht hinter der Front eingerichteten Verbandsplätzen Erste Hilfe bei verwundeten und kranken Soldaten.
Alle Krankenschwestern hatten Gefangenschaft und Heimkehr glücklich überstanden. Eine von ihnen hatte sich im Laufe der Kriegsjahre gesundheitliche Schäden zugezogen, an deren Folgen sie nach ihrer Heimkehr starb.
Den älteren und nicht mehr zum Kriegsdienst einberufenen Kolonnenangehörigen blieben auch in der Heimat keine Opfer erspart. In den letzten Kriegsjahren wurden Bombenangriffe der alliierten Luftwaffenverbände immer heftiger und schon ten selbst die arbeitende Bevölkerung auf den Feldern nicht. Die Hilfseinsätze der Sanitätskräfte nahmen Ende 1944 und Anfang 1945 drastisch zu. Fast täglich waren die aktiven Mitglieder des Roten Kreuzes und der Feuerwehr im Einsatz, um in Not geratenen Menschen Hilfe zu leisten.
Hier sei besonders an den Bombenangriff auf Losheim am Samstag, 9. Dezember 1944, erinnert, bei dem der Ortsteil Diedenhofen und Haag besonders schwer getroffen wurde. Tagelang waren die Hilfskräfte im Einsatz, halfen Tote und Ver wundete aus den Trümmern zu bergen. Die Luftangriffe und der Artilleriebeschuß nahmen im Laufe des Monats Februar 1945 weiter zu und dauerten bis zum 16. März 1945, dem Tag, an dem die Amerikaner unser Dorf und die gesamte Region endgültig eroberten. Aber die Hilfe der Sanitäter war nach wie vor gefragt. Kurz nach dem Einmarsch der alliierten Truppen wurde die Bevölkerung auf Plätzen und sonstigen Stellen zusammengetrieben, dabei gab es für das Rote Kreuz viele Erste Hilfe zu leisten. Auch bei der Heimkehr der Rückgeführten aus den Evakuierungsgebieten und anderen Orten sowie bei den Soldaten, die aus Gefangenschaft heimkehrten, leistete das Rote Kreuz, auch noch Jahre danach, hervorragen des. Vor vielen weiteren Ereignissen des zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit weiß die Vereinsgeschichte noch zu berichten.
Die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg
Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches, die am 8./9. Mai 1945 besiegelt wurde, kam die organisierte Tätigkeit auch des Losheimer Roten Kreuzes vorübergehend offiziell zum Erliegen, weil die Besatzungsmächte ein völliges Versamm lungsverbot für jeden Verein oder Organisation aussprachen. Wie immer im Stillen, halfen die Rot-Kreuz-Helfer dennoch dort, wo die Not es erforderte und trugen sich bald wieder mit dem mutigen Gedanken, sobald wie möglich die Arbeit in der Sanitätskolonne aufzunehmen. 1948 kamen einige ehemalige Mitglieder erstmals zusammen und berieten mit Dr. med. Paulus, wie dieser Schritt schnellstens zu realisieren sei. Ihr Vorhaben konnte bald in die Tat umgesetzt werden, weil viele der ehemaligen kolonnenangehörenden Mitglieder wieder dem Roten Kreuz beitraten.
Mit dem Beginn der Ausbildung traten Ende der vierziger Jahre auch jüngere Männer dem Roten Kreuz bei. Erfreulicher weise fanden in den nächsten Jahren auch einige junge Mädchen den Weg zum Roten Kreuz.

Die Hilfsorganisation in den 50er Jahren
1950 feierte das Rote Kreuz Losheim sein 5o-jähriges Bestehen, ohne zu wissen, daß es nach späteren Ermittlungen doch schon einige Jahre älter war. Wie zu allen Zeiten kam auch bei dieser Gelegenheit die kameradschaftliche Zusammen arbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Losheim zum Ausdruck, in dem sie gemeinsam das Fest feierten; die Feuerwehr allerdings um diese Zeit das 65jährige Bestehen.
Zu dieser Zeit war Dr. med. Kersch der Arzt, der dem Roten Kreuz Losheim zur Seite stand. Er kam bei dem Festge schehen auf die Idee, während der gemeinsamen Übung mit der Feuerwehr Losheim auf dem alten Marktplatz den Ein satz seiner Kolonne als Abschlußprüfung eines um diese Zeit laufenden Lehrgangs in Erster Hilfe zu zeigen. Danach erfuhr die Gruppe einigen Auftrieb. Es meldeten sich mehrere Jugendliche und einige aus dem Krieg zurückgekehrte Los heimer zum Eintritt in das Rote Kreuz, dessen Kolonnenführer Vinzenz Roth war.

Einige Mitglieder der Sanitätskolonne Losheim nach einer Übung:
Personen von links: Gertrud Schäfer, Jakob Gasper (+) Cilli Jakobs geb. Buchmann, Helmut Mohm (+) Christine Maßem Helfen, Heinz Bleistein (+), Gertrud Kreutz geb. Ackermann, Nikolaus Gasper (+), Gertrud Resch geb. Fritz und Kolonnenführer Vinzenz Roth.
Die neuzeitlichen Methoden der Ausbildung, angelehnt an die Fortschritte der Medizin, wurden zu Beginn der fünfziger Jahre auch im Saarländischen Roten Kreuz (SRK) Losheim verstanden und von den Ausbildern angewandt, die gerade von überörtlichen Lehrgängen der Landesschule in Saarbrücken kamen. In diesen Lehrgängen wurden Sinn und Not wendigkeit des Neuen, zudem die Nachkriegszeit zwang, vermittelt. Überzeugung und gemeinsames Verstehen förderten sehr bald den Geist in allen und gaben dem SRK Losheim ein Gepräge, das ihm heute noch Ansehen und Wirkung verleiht.
Gemeinsame Ubungen mit anderen SRK-Kolonnen und Bereitschaften, aber auch mit der Losheimer Feuerwehr, mit der schon in vielen Ernstfällen zusammengearbeitet worden war, fanden jährlich im Oktober statt. Sie waren notwendig und erforderlich, um in dem großen Gefüge des heutigen Katastrophenschutzes einsatzfähig zu bleiben. Darüber hinaus dienten diese Veranstaltungen damals wie heute auch der Förderung des Zusammenwirkens, damit der Hilfsgedanke, in Not geratenen Mitmenschen Schutz und Sicherheit zu gewähren, in die Tat umgesetzt werden kann.
Änderungen in der Vereinsbezeichnung
Nach dem zweiten Weltkrieg verblieb die Region Losheim vorerst noch im Regierungsbezirk Trier und der Rheinprovinz, die laut Kontrollratsbeschluß der Siegermächte damals zur Französischen Zone gehörten. 1946/47 wurde das Saarland um weitere Gebiete aus Rheinland/Pfalz vergrößert und aus der Französischen Zone ausgegliedert. Dazu gehörte die Gemeinde Losheim. Nach der Landtagswahl im Oktober 1947, genau am 20. November1947, wurde das Saarland autono mes Gebiet und wurde dem französischen Wirtschaftsbereich zugeordnet. Diese politische Neuordnung unserer Region hatte auch Folgen für das Rote Kreuz. Nach Bildung einer Saarregierung wurden nach und nach wieder Vereine, Verbände und Organisationen zugelassen. Die neue Bezeichnung für das Rote Kreuz hieß „Saarländisches Rotes Kreuz“ (SRK). Zu dieser Zeit wurde auch eine Neuordnung für das SRK erlassen. Die bisherige Bezeichnung „Kolonne und Kolonnenführer“ wurden abgeschafft. Die ehemaligen Rotkreuz-Kolonnen wurden dem Vereinsrecht unterworfen und waren iri Zukunft wie Vereine zu führen und somit dem Vereinsrecht mit Satzung usw. auszustatten.
Am 1. Januar 1957 erfolgte die politische Angliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland und die wirt schaftliche Eingliederung wurde am 6. Juli 1959 vollzogen. Ab dem 1. Januar 1957 galten für das Rote Kreuz wieder die Vorschriften und Richtlinien des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). In diesen Jahren wurde auch die neue Bezeichnung für die Rot-Kreuz-Gruppe eingeführt: „DRK-Ortsverein Losheim“.
Das Wirken des DRK-Ortsvereins ab den 60er Jahren bis zum 75jährigen Jubiläumsfest
Mitte der sechziger Jahre wurden dem DRK-Ortsverein Losheim von dem Landesausstellungsstab für den zivilen Be völkerungsschutz zwei Krankenfahrzeuge zur Verfügung gestellt, von denen das kleinere schon vielen Verletzten und plötzlich Erkrankten unserer Umgebung schnelle Hilfe und ärztliche Versorgung brachte. 1966 verstarb hochbetagt Stefan Buchmann (genannt Hissler Steif), der über 65 Jahre ununterbrochen vom Rot-Kreuz-Gedanken beseelt war. Für seine langjährige Tätigkeit und Zugehörigkeit im Deutschen Roten Kreuz wurde ihm das DRK-Ehrenzeichen verliehen.

Das 75jährige Jubiläumsfest
Im Jahre 1968 feierte das Deutsche Rote Kreuz Losheim vom 6. bis 8. Juli sein 75jähriges Bestehen. Vorsitzender des DRK-Ortsvereins war zu dieser Zeit Erich Thielen. Unter seiner Regie wurde das Festgeschehen abgewickelt, an dem 43 Ortsvereine des DRK aus dem gesamten Kreisgebiet und den angrenzenden Gebieten teilnahmen. Höhepunkt des gesamten Festgeschehens war eine Einsatzübung des Einsatzzuges des DRK-Ortsvereins Dillingen/Saar am Bahnüber gang in der heutigen Saarlouiser Straße.
Abschluß dieses harmonisch verlaufenen Jubiläumsfestes war ein Heimatabend im Festzeit auf dem Carl-Dewes-Platz der von den kulturellen Vereinen Losheims gestaltet wurde.
Im DRK-Ortsverein Losheim und hier besonders im Vorstand hatte man die Hoffnung, daß die mit dem Fest verbundene Mitgliederwerbung auf fruchtbaren Boden fallen werde. Leider erfüllten sich diese Erwartungen kaum. Der DRK-Orts- verein Losheim hatte wie viele andere örtliche Vereine Nachwuchssorgen, dennoch ging der Ortsverein mit neuem Elan in das nächste Vierteljahrhundert.
Die Entwicklung des DRK-Ortsvereins Losheim in den letzten 25 Jahren. Eine Zeit des Umbruchs und vieler Veränderungen oder Neuerungen.
Die ersten Jahre nach dem 75jährigen Jubiläum
Nach dem Festgeschehen wurden die Bemühungen innerhalb des DRK-Ortsvereins Losheim für die Werbung neuer Mitglieder und vor allem Jugendlicher fortgesetzt. 1971 hatte die Vereinsführung endlich Erfolg. Eine neue Jugend rotkreuz-Gruppe wurde gegründet, die auch noch beim 1oo-jährigen Jubiläumsfest besteht.
Den DRK-Ortsvereinen wurden im Laufe der Jahre immer neue Aufgaben zugewiesen. Durch die laufenden Verkür zungen der Wochenarbeitszeit vor allem in den siebziger und achtziger Jahren nahmen auch die Freizeitveranstaltungen im sportlichen und kulturellen Bereich zu. Damit verbunden waren auch immer mehr Einsätze des DRK-Ortsvereins bei Vereinsfesten und vor allem bei Sportveranstaltungen. Bei Sportveranstaltungen besteht die Auflage, daß grundsätzlich Sanitäter für Erste Hilfe präsent sein müssen. Das heißt, daß bei größeren kulturellen und sportlichen Veranstaltungen, Straßen-, Dorf- oder sonstigen Festen der DRK-Ortsverein eine betreuende Gruppe abstellen muß. Wenn andere Bürgerinnen und Bürger Feste feiern oder ihre Freizeit genießen, sind die Mitglieder des DRK-Ortsvereins im Einsatz und machen Dienst für die Gemeinschaft. Dies mag auch mit ein Grund sein, warum jüngere Menschen sich nicht allzugern einem solchen Verein oder einer sonstigen Hilfsorganisation anschließen oder als Mitglied beitreten. Darum ist es lobens wert, daß zur Zeit 15 Jungen und Mädchen in der Losheimer Jugendrotkreuz-Gruppe Dienst tun und sich damit in den Dienst der Gemeinschaft stellen.
Neue Aufgaben für den DRK-Ortsverein Losheim
„Hilfe beim Blutspendedienst, Einsatz beim Rettungsdienst“.
Neben diesen vorerwähnten Aufgaben und Einsätzen bei vielen Gelegenheiten hat das DRK eine weitere wichtige Auf gabe erhalten, die Hilfe beim Blutspendedienst. Etwa alle vier bis fünf Monate wird in Losheim ein Blutspendetermin ange setzt. Seit dem Jahre 1970 werden regelmäßig von der Blutspendezentrale Rheinland-Pfalz/Saarland Blutspendtermine durchgeführt. Dieser Blutspendedienst beginnt an dem festgesetzten Tag um 17 Uhr und endet gegen 21 Uhr. Dazu kommen für die Rot-Kreuz-Helfer noch weitere Zeiten für die Vorbereitungen und nach Ende des Blutspendedienstes Aufräumungsarbeiten in den Spenderäumen.

Blick in den Blutspenderaum in der Hauptschule Losheim. Rotkreuz Helferinnen betreuen die Blutspender.
Für den Erwerb eines Führerscheines zum Führen von Kraftfahrzeugen wurde im Laufe der Zeit der Besuch und erfolgreiche Abschluß eines Lehrganges „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ und für Führerscheinbewerber der Klasse 2 ein Erste-Hilfe-Lehrgang erforderlich. Die starke Zunahme des Autoverkehrs und die dadurch verursachten Unfälle veran laßten den Gesetzgeber, entsprechende Maßnahmen für die Führerscheinanwärter zu erlassen. Das DRK beteiligt sich an der Ausbildung dieser Personengruppe und führt in gewissen Zeitabständen Lehrgänge für „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ durch.
In den sechziger Jahren übernahm der DRK-Ortsverein Losheim zu Beginn einige Jahre in ehrenamtlicher Funktion den Rettungsdienst. Zur Wahrnehmung dieses Rettungsdienstes stellten sich mehrere Mitglieder des Ortsvereins zur Ver fügung. In den ersten Jahren wurde der Dienst auf freiwilliger Basis durchgeführt. Einige Jahre später, genau am 1. April 1973 wurde in der Gemeinde Losheim der Rettungsdienst erstmals professionell aufgenommen. Der damalige Amtsrat unter Leitung des Amtsvorsteher Raimund Jakobs beschloß Ende 1972 die Anschaffung eines Krankenwagens für die Aufnahme des Rettungsdienstes. Anlaß für diesen bedeutsamen Entschluß war die Zusage der Firma Streif-Eigeriheimbau, Losheim, die sich bereiterklärt hatte, für Personal und Wartung des Fahrzeuges zu sorgen. Träger dieser neuen Maßnahme waren das Amt Losheim, der DRK-Kreisverband Merzig-Wadern, Firma Streif-Eigenheimbau, Losheim, finanziell unterstützt von der Kreissparkasse Losheim und der Volksbank Losheim eG.
Ab diesem Zeitpunkt war das Rettungsfahrzeug bei der Firma Streif stationiert und war rund um die Uhr einsatzbereit. Die Besatzung des Fahrzeuges bestand aus festangestelltem Personal der Firma Streif und ehrenamtlichen DRK-Helfern. Für den Einsatz des Rettungsdienstes wurden 16 Mann im Sanitätswesen besonders für diesen Einsatz ausgebildet. Damit hatte die Gemeinde Losheim eine Krankentransportstelle und der DRK-Ortsverein Losheim hatte eine weitere wichtige Aufgabe zum Schutz und zu einer noch schnelleren ärztlichen Versorgung der Bevölkerung übernommen. In den folgenden Jahren wurden weitere Verbesserungen im Rettungsdienst vorgenommen.
Im Laufe des Jahres 1977 wurde der Rettungszweckverband Saar gegründet. Dies hatte zur Folge, daß das gesamte Rettungswesen im Saarland neu geordnet wurde. Im Kreis Merzig-Wadern trat die neue Regelung ab 1. Januar 1982 in Kraft. Der Rettungsdienst im Bereich Losheim wurde am 1. April 1982 von der Firma Streif in das Personalgebäude des St. Josefs-Krankenhauses verlegt und dort neu eingerichtet.
Ab diesem Zeitpunkt sind dort hauptamtliche Sanitäter eingesetzt. Inzwischen wurde auch die Ausbildung dieses Sanitätspersonals verbessert. Die Ausbildung des Personals schließt mit einer Prüfung ab, und nach bestandener Prüfung dürfen sie die Bezeichnung Rettungsassistent führen. Die Losheimer Rettungswache wird auch heute noch von ehrenamtlichen Helfern des DRK-Ortsvereins Losheim unterstützt.
Die Rettungswache Losheim hat im Jahre 1992 einen Einzugsbereich von etwa 20.000 Einwohnern zu versorgen. Bei der Losheimer Rettungswache wurde das sogenannte Kompaktsystem installiert, das heißt, der Rettungswagen ist direkt an dem Krankenhaus stationiert, in dem auch der Notarzt seinen Dienst tut. Nach längeren Baumaßnahmen wurde Ende 1991 die neue Rettungswache im Personalgebäude des St. Josefs-Krankenhauses Losheim fertiggestellt und mit der neuesten Technik im Alarmierungsbereich ausgestattet. Auch die sonstigen Einrichtungen wurden auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem erhielt die Rettungswache eine neue Ausfahrt zur Hunsrückstraße.

Krankentransportwagen und Notarztwagen in den Garagen der neuen Rettungswache im Personalgebäude des St. Josefs-Krankenhauses Losheim.
Sanitätsdienst am Stausee
Im April 1974 wurde der Stausee Losheim offiziell seiner Bestimmung als Naherholungsgebiet übergeben. Damit war der Weg frei für Veranstaltungen im Seeumland und auf dem See. Für den DRK-Ortsverein Losheim eine neue Herausforde rung und gleichzeitig ein neues Aufgabengebiet, vor allem in den Sommermonaten. Gemeinsame Übungen mit der DLRG-Ortsgruppe Losheim und auch überregional sind erforderlich und werden in gewissen Zeitabständen durchgeführt.
Der DRK-Ortsverein Losheim und der Katastrophenschutz
Zum Schutz der Bevölkerung bei Katastrophen jeder Art wurde in den fünfziger Jahren in der Bundesrepublik Deutschland der Katastrophenschutz (KATS) eingerichtet. Nach der Wiedereingliederung des Saarlandes in das Gebiet der Bundes republik wurden diese Schutzmaßnahmen auch im Saarland eingeführt. In den Kreisen gründete man Sanitätsbereit schaften, in die die DRK-Ortsvereine Mitglieder abordneten. Im Jahre 1984 wurden von der Bundesregierung neue Richt linien für den Katastrophenschutz erlassen. Der fast komplette DRK-Ortsverein Losheim wurde in einen neuaufgestellten Sanitätszug Beckingen-Losheim übernommen, entsprechend zusätzlich ausgebildet und ausgestattet. Dieser Sanitäts zug untersteht in diesem Bereich direkt dem Bund, also dem Bundesinnenminsterium in Bonn. In periodischen Abständen werden gemeinsame Einsatzübungen durchgeführt, die neben den üblichen Ausbildungsstunden und Einsätzen im DRK-Bereich einherlaufen.
Mit diesem gesamten Themenkreis müssen sich die Helferinnen und Helfer des DRK-Ortsvereins Losheim vertraut machen. Dazu gehört laufende theoretische und praktische Ausbildung und Einsatzübungen, um immer schnell und gezielt bei Einsätzen jeglicher Art helfen zu können.

Der DRK-Ortsverein Losheim bei einer Einsatzübung anläßlich des Stiftungsfestes des DRK-Ortsvereines Waldhölzbach 1988.
Jederzeit Dienstbereitschaft, aber auch Geselligkeit
Neben diesen vielen Aufgaben, die der DRK-Ortsverein Losheim im Laufe des Jahres zu bewältigen hat, kommt die Geselligkeit nicht zu kurz. Sie ist ein wichtiger Bestandteil zur Pflege des Gemeinschaftsgedankens, besonders in heutiger Zeit. Für die Mitglieder und ihre Angehörigen werden Veranstaltungen durchgeführt (Familien-Wandertage, Ausflüge usw.). Kombinierte Veranstaltungen, wie Funkausbildung, Nachtwanderungen und sonstige Außenübungen verbunden mit Geselligkeit sind Teil eines Jahresprogramms.
Aber auch in der Dorfgemeinschaft ist der DRK-Ortsverein rege tätig. Bei vielen Festen und Feiern der örtlichen Vereine sind die Mitglieder aktiv vertreten und beteiligen sich auch selbst am Festgeschehen (Dorifest, Fastnachtsumzug, Nikolausmarkt).
Führungswechsel
Im Jahre 1978 fand in der Führungsriege des DRK-Ortsvereins Losheim ein Generationswechsel statt. Mit einem neu- gewählten Vorstand kamen im Ortsverein neue Ideen zum Zuge. Auch in den Ausbildungsmethoden wurden durch neue Vorschriften und Richtlinien Akzente gesetzt.
Ein gut harmonierendes Ausbilderteam, das sich durch laufende Schulungen weiterbildet und an die Mitglieder weiter vermittelt, sorgt in Losheim für eine tüchtige Einsatzgruppe. Zu einer soliden Ausbildung gehören natürlich einige Voraus setzungen, wie zum Beispiel ein Schulungs- und Ausbildungsraum. Hatte man nach dem zweiten Weltkrieg zuerst keine feste Bleibe, so bekam man in den fünfziger Jahren einen Schulungsraum in der kleinen Schulturnhalle von der Gemeinde zugewiesen. Nach Fertigstellung des Saalbaues und seiner Einweihung vom 10. bis 14. September 1971 erhielt der DRK-Ortsverein Losheim dort einen Raum zugeteilt, in dem er heute noch arbeitet.
Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr
Naturgemäß verbindet den DRK-Ortsverein Losheim mit der Freiwilligen Feuerwehr Losheim eine lange traditionelle Kameradschaft, die seit vielen Jahrzehnten durch gemeinsame Einsätze bei Brand- und sonstigen Katastrophen zu stande gekommen ist. Die Zusammenarbeit ist hervorragend und die Kameradschaft wird gepflegt. Mehrmals im Jahr finden gemeinsame Übungen statt und nach der traditionellen Abschlußprüfung im Herbst trifft man sich in geselliger Runde.
Der DRK-Ortsverein im Dienste der Senioren
Einen weiteren Dienst hat das DRK Losheim in den letzten Jahren übernommen. Viele ältere Menschen leben heute allein in ihren Häusern oder Wohnungen und sind nicht mehr wie in früheren Zeiten in eine Großfamilie integriert. Das DRK hat dies erkannt und bietet für diese Altersgruppe Senioren Tanz und Gymnastik an. Des weiteren hat das DRK einen fahr baren Mittagstisch eingerichtet, der von vielen alleinstehenden Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird. Beide Angebote fanden im Laufe der Zeit großen Zuspruch und sind zu einer alltäglichen Einrichtung geworden.

Ein gut harmonierendes Ausbilderteam, das sich durch laufende Schulungen weiterbildet und an die Mitglieder weiter vermittelt, sorgt in Losheim für eine tüchtige Einsatzgruppe. Zu einer soliden Ausbildung gehören natürlich einige Voraus setzungen, wie zum Beispiel ein Schulungs- und Ausbildungsraum. Hatte man nach dem zweiten Weltkrieg zuerst keine feste Bleibe, so bekam man in den fünfziger Jahren einen Schulungsraum in der kleinen Schulturnhalle von der Gemeinde zugewiesen. Nach Fertigstellung des Saalbaues und seiner Einweihung vom 10. bis 14. September 1971 erhielt der DRK-Ortsverein Losheim dort einen Raum zugeteilt, in dem er heute noch arbeitet.

Über 100 Jahre im Dienste des Mitmenschen
So rundet sich das Bild, welches die Chronik der letzten 100 Jahre vom Leben und Wirken des Losheimer Roten Kreuzes zeichnet, und über vieles konnte nur kurz berichtet werden. Die 100 Jahre haben wie in allen Bereichen des Lebens auch beim Roten Kreuz revolutionäre Veränderungen gebracht. Die Losheimer Rotkreuz-Helfer haben sich den Anforderungen der einzelnen Zeitepochen gestellt und werden dies auch weiterhin tun.